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Hochzeitsfieber Symbol für das Eheleben

Symbol für das Eheleben

Der Apfel steht für Gesundheit und ewige Jugend - wer bei einer Hochzeit ein Bäumchen überreicht, hat ein Geschenk mit symbolischer Wirkung.

30.01.2020

Ein Eheversprechen gehört zu den besonderen Momenten im Leben. Das wird gefeiert, und das Ereignis bezeugt mit Bildern, Videos und Urkunden. Und vielleicht auch einem Baum. Den pflanzen manche Gäste, aber auch die Paare selbst als Zeichen für die geschlossene Ehe, die genauso langlebig und stabil wie eben ein Baum sein soll. Und der Hochzeitsbaum steht für die bestenfalls tiefe Verbundenheit der Ehepartner.

Die Geschichte des Menschen ist mit den Bäumen seit alters her eng verbunden. Sie waren oftmals Treffpunkt für die Gemeinschaften - auf dem Dorfplatz etwa, unter der alten Ulme oder der großen Eiche. Und die Wälder waren heimlicher Treffpunkt der Verliebten, die ihre Initialen ins Holz schnitzten. Aber Bäume geben noch mehr her: Ihr Holz ist ein Wert, der wächst und der gerade in früheren Zeiten ein wichtiges Element war, um die eigenen Existenz zu sichern - als Bauholz für das Haus, zum Schreinern von Möbel oder als Tauschmittel.

In manchen Regionen war ein Hochzeitsbaum daher einst sogar Pflicht: In Norddeutschland mussten bis zum Jahr 1848 junge heiratswillige Männer eine bestimmte Anzahl von Bäumen gepflanzt haben, erläutert Lorena Dreher- Mester, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung Hambergen (Niedersachsen). Erst mit diesem Nachweis konnten sie damit rechnen, dass die Eheschließung erlaubt wurde.

Für Baumschulmeister Baumgartner sind Apfelbäume ideal für diesen Zweck. Sein Tipp steht durch seinen Wuchs für die Ehe, die aus zwei getrennten Leben hervorgeht: „Ein Mehrsortenbaum hat zwei Sorten auf einem Stamm, und die verschiedenen Triebe wachsen ineinander und blühen.» Außerdem hat diese Züchtung einen ganz praktischen Vorteil: Während Apfelbäume eigentlich die Pollen anderer Apfelbäume zur Befruchtung brauchen, können sich die verwobenen Sorten eines Mehrsortenbäume gegenseitig befruchten.

Der Standort eines solchen Hochzeitsbaumes ist oft schwierig. Ganz abgesehen von den individuellen Bedürfnissen der Arten und Sorten an Boden und Sonneneinstrahlung spielen auch Faktoren wie die Größe eines heranwachsenden langlebigen Baumes eine Rolle. Nicht jeder hat schließlich Platz für eine Eiche auf dem Grundstück. Und darüber hinaus: Nicht jedes Paar hat schon ein eigenes Haus mit Garten - oder aber es bleibt dort nicht das ganze Leben lang.

Viele Gemeinden stellen daher inzwischen Paaren, die sich im Ort das Ja-Wort geben, einen Platz zur Verfügung, an dem der Hochzeitsbaum gepflanzt werden kann.