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Wenn die Sonne auf dem Balkon lacht

MV fördert Solaranlage auf dem Balkon

Für diejenigen, die über eine Balkon-Solaranlage nachdenken: Pro Haushalt sind bis zu 500 Euro Förderung möglich, also die Hälfte der Anschaffungskosten. Die Fördersumme des Landes reicht für circa 20.000 Balkonkraftwerke. Fotos: Laura Ludwig/dpa

Solarzellen am Balkon - diese Maßnahme schlägt Umweltminister Till Backhaus Privathaushalten vor, um die eigene Stromrechnung zu verringern und das Klima zu schützen. Demnächst können Anträge zur Förderung gestellt werden. Ob sich das lohnt und wie einfach die Anlagen wirklich sind - hier die Antworten.

Wo kann ich Solaranlagen für den Balkon kaufen?

Die Anlagen gibt es im Einzelhandel, zum Beispiel bei Baumärkten oder Elektronikketten, sowie in deren Onlineshops. Manche Hersteller vertreiben ihre Produkte auch direkt online. Die Anlagen werden unter verschiedenen Namen geführt. Besonders häufig ist die Rede von „Balkonkraftwerken", woanders liest man zum Beispiel von ,,Balkon-Solaranlagen“, „Mini Photovoltaikanlagen" oder ,,steckerfertigen PV-Anlagen".

Was brauche ich?

Um eigenen Strom zu erzeugen, braucht es mehr als Solarzellen. Ein sogenannter Wechselrichter ist nötig, um den produzierten Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln, der sich ins Stromnetz einspeisen lässt. Oftmals werden ganze Sets angeboten, die neben den Solarzellen auch den Wechselrichter und Kabel beinhalten, teilweise ist die Technik bereits in den Modulen verbaut.

Die einzelnen Module dürfen zusammen auch mehr als 600 Watt Maximalleistung produzieren, solange der Wechselrichter höchstens 600 Watt ins Netz einspeist und die höhere Leistung der Solarmodule aufnehmen kann.

Worauf muss ich bei der Anschaffung achten?

Bei der Anschaffung sollte darauf geachtetwerden, dass es sich auch wirklich um eine Anlage für heimische Stromnetze handelt und nicht um Solaranlagen für den Campingbereich, die nur auf 12 Volt ausgelegt sind. Eine spezielle Norm für die Zertifizierung von Balkonkraftwerken gibt es noch nicht. Bis diese existiert, können sich Käufer aber am Sicherheitsstandard der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) orientieren. Entsprechende Geräte lassen sich an einem DSG-Logo erkennen.

ist in Besonders sicherheitsrelevant diesem Zusammenhang der Netz- und Anlagenschutz nach der Norm VDE-AR-N 4105. Dieser lässt sich in den Begleitmaterialien einer Solaranlage zum Beispiel unter dem Stichwort „NA-Zertifikat" nachprüfen.

Brauche ich einen speziellen Zähler?

Vor dem Kauf sollte geprüft werden, ob die Elektroinstallation im eigenen Haushalt für die Einspeisung geeignet ist. Wer ein Balkonkraftwerk betreiben möchte, braucht einen Zähler mit Rücklaufsperre oder einen sogenannten Zweirichtungszähler, wie Arian Freytag von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern erklärt. Auch digitale Zähler seien in den meisten Fällen für den Betrieb „in beide Richtungen" geeignet. Der Zähler im Haus gehört dem Netzbetreiber, bei dem das Balkonkraftwerk auch angemeldet werden muss.

Brauche ich eine besondere Steckdose?

Für den Anschluss eines Balkonkraftwerks reicht theoretisch eine normale Schuko-Steckdose, solange die Anlage die Sicherheitsnorm der DGS erfüllt. Wo sonst Strom ,,entnommen“ wird, kann er auch eingespeist werden. Wichtig ist auch: Die förderfähigen Balkonkraftwerke sind nicht genehmigungs-, sondern nur anmeldepflichtig, wie die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern bestätigt. Der Netzbetreiber darf das Balkonkraftwerk also nicht verbieten.

Muss eine Stecker-Solaranlage für den Balkon angemeldet werden?

Die Balkonkraftwerke beim Netzbetreiber, Bundesnetzagentur müssen nicht nur sondern auch bei der angemeldet werden, wie Arian Freytag von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern erklärt. Laut Minister Backhaus müssen die Balkon-Anlagen außerdem beim Energieversorger gemeldet sowie mit dem Vermieter abgesprochen werden.

Lohnt sich die Anschaffung?

Unter idealen Bedingungen liefere ein Balkonkraftwerk mit einer Gesamtleistung von 600 Watt etwa 450 bis 500 Kilowattstunden pro Jahr, schätzt Arian Freytag von der Verbraucherzentrale MV. „Bei Nutzung nur eines Moduls sind die Erträge entsprechend geringer."

Wichtig: Der Strom wird nicht gespeichert, sondern direkt ins Netz von Haus oder Wohnung eingespeist. Damit hier ein Spareffekt entsteht, muss der Strom also zur selben Zeit verbraucht werden. Dazu empfiehlt es sich, Geräte mit hohem Stromverbrauch, etwa Waschmaschinen, dann zu benutzen oder mittels Timer zu programmieren, wenn die Solarzellen Energie liefern. Dann wird vorrangig der selbst produzierte Strom aus dem Balkonkraftwerk genutzt.

Tiefergehende Informationen zum Thema Balkonkraftwerke finden sich außerdem auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie.

Wie viel Förderung gibt es?

Klar ist, dass sich im Fördertopf 10 Millionen Euro befinden werden. Pro Haushalt sind bis zu 500 Euro Förderung möglich - das ist grob die Hälfte der aktuellen Anschaffungskosten von 600-Watt-Anlagen. Konstantin Pavel