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Tschüss, Silberfische, Motten & Co.

Fotos: dpa/Bado Marks

Motten, Ameisen oder Spinnen in den eigenen vier Wänden - will niemand, kommt aber vor. Gut, wenn man dann wirksame und möglichst schonende Gegenmaßnahmen kennt. Hier kommen ein paar Tipps von Experten.

Viele Menschen verspüren ein Unbehagen, wenn die kleinen Vier-, Sechs- oder Achtbeiner im Haus sind. Der Drang, sie ganz schnell loszuwerden ist groß und nicht selten geht es dabei recht rabiat zu. Mit Fliegenklatsche, Klebebändern, Insektenspray und Ködern wird ihnen zu Leibe gerückt. Das Ergebnis: Einzelne Exemplare sind tot, aber die nächsten kommen ganz bestimmt, wenn ihnen der Zugang nicht verwehrt wird.

Der Handel bietet viele Mittel an, um U Schädlinge im Haus zu bekämpfen. „Beim Einsatz ist Vorsicht geboten, denn einige Mittel bergen erhebliche gesundheitliche Gefahren", sagt Kerstin Effers. „Die meisten Insektensprays enthalten als Wirkstoffe Pyrethroide. Diese Stoffe können bei Katzen zu schweren Vergiftungserscheinungen führen, bis hin zum Tod. Bei Menschen können sie als Nervengift wirken."

Doch es gibt schonendere Methoden als die Chemiekeule, um die Plagegeister zu vertreiben. „Beispielsweise eignen sich Pheromonfallen als unterstützende Maßnahme gut für die Eindämmung des Schädlingsbefalls", sagt Kerstin Effers. Pheromone sind synthetische Lockstoffe, die männliche Tiere anziehen, die dann auf der Falle kleben bleiben. Dadurch wird der Fortpflanzungszyklus unterbrochen und die Schädlinge können sich nicht weiter vermehren.

,,Fast jeder Schädlingsbefall lässt sich ohne große Chemiekeule bekämpfen", weiß auch Markus Puschmann vom Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung. Zum Beispiel Silberfischchen. ,,Sie lieben das feuchte Klima in Bad und Küche", so der Experte. Man könne praktisch nicht verhindern, dass sie in die Wohnung kommen. Viele Menschen bemerken sie kaum, weil sie sehr versteckt leben und die Dunkelheit suchen. Aber sie können an Büchern und Tapeten beträchtliche Schäden anrichten.

Neu ist für viele Betroffene der Besuch von Waldschaben in der Wohnung. Sie ähneln herkömmlichen Kakerlaken, mit denen sie verwandt sind. Doch es gibt Entwarnung: „Sie können fliegen und kommen nur zufällig ins Haus, wenn sie vom Licht angezogen werden", sagt Markus Puschmann. Vor einem Befall müsse man aber keine Angst haben, da sich Waldschaben in Innenräumen nicht vermehren könnten.

,,Bei einem massenhaften Befall sollte man schon etwas dagegen tun", rät Puschmann und empfiehlt Köderdosen. „Aus denen nehmen die Insekten mit dem Futter den für sie tödlichen Wirkstoff auf, ohne, dass er in den Raum gelangt."

Hartnäckiger sind hingegen die Lebensmittelmotten, die sehr klein und, wenn sie ihre Flügel anlegen, oft nur wie ein dunkler Strich an der Wand wirken. Die lästigen Tiere leben am liebsten in Verpackungen von Mehl, Gewürzen, Haferflocken, Tee und Nüssen.

Zum Eierablegen beißen sich Motten sogar durch Papier- und Plastiktüten. Bis zu 400 Eier kann ein Weibchen in Tüten, Lebensmitteln oder Schrankritzen ablegen.

Lebensmittelmotten im Schrank zu haben, bedeutet keineswegs, dass mangelnde Hygiene herrscht. Die Tierchen fliegen entweder durch das geöffnete Fenster oder man schleppt bereits befallene Lebensmittel ein. Wie wird man sie wieder los? Befallene Lebensmittel wegwerfen, die anderen in Behältern gut verschließen. Schränke mit Seifenlauge oder Essigwasser säubern. Ritzen mit einem Fön behandeln, denn Larven sterben bei großer Hitze.

Auch Motten im Kleiderschrank lassen sich gut vertreiben. Diese Tierchen haben es besonders auf Kleidung aus Wolle, Seide, Leder und Pelze abgesehen. Im Handel gibt es spezielle Kleidermotten-Fallen, in denen ebenfalls Sexuallockstoffe stecken.

Ein großes Thema sind Bettwanzen - blutsaugende Insekten, die den Menschen stechen. Markus Puschmann: ,,Sie werden oft von draußen in Wohnungen eingeschleppt oder reisen aus dem Urlaub als blinde Passagiere im Gepäck mit ein." Wer ein Bettwanzen-Problem hat, solle sich nicht scheuen, schnell einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Eine erfolgreiche Bekämpfung sei schwierig und erfordere gute Kenntnisse der Biologie der Tiere.

Die Suche nach einem geeigneten Schädlingsbekämpfer birgt jedoch Tücken. Im Internet fänden sich viele Anbieter, die unprofessionell arbeiteten und überteuerte Rechnungen schrieben, weiß Kerstin Effers aus Erfahrung im Beratungsalltag der Verbraucherzentrale.

Wichtig sei, dass der beauftragte Betrieb den Sachkundenachweis „Geprüfter Schädlingsbekämpfer" vorweisen kann.

Dass Insekten und andere Krabbeltiere ins Haus kommen, kann man oft nicht verhindern. Doch man kann es ihnen schwer machen, zum Beispiel mit Fliegengittern vor Türen und Fenstern. Ameisen versperrt man den Zugang hingegen, indem ihr Eingang dicht verschlossen und eine alternative Zuckerquelle aufgestellt wird.

Manchmal kommen Plagegeister auch auf ungewöhnlicheren Wegen ins Haus. „Vorsicht ist bei gebrauchten Gegenständen angebracht. Das Schnäppchen vom Flohmarkt oder die Entdeckung im Sperrmüll können durchaus mit Bettwanzen und anderen Insekten befallen sein", sagt Markus Puschmann. Katja Fischer