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Bausparen lohnt sich wieder

Bausparvertrag

Foto: imago stock & people

Seit Jahresbeginn haben sich die Zinsen für Hypothekendarlehen mal eben verdreifacht. Wer heute ein Haus bauen oder eine Immobilie kaufen will, der zahlt statt weniger als ein inzwischen über drei Prozent Zinsen. Für viele wird die eigene Immobilie so unerschwinglich.

Hier kommen Bausparverträge ins Spiel. Dort gibt es solche Zinssprünge nicht. In den aktuellen Tarifen verlangen die Bausparkassen meist zwischen 1,5 und 2,5 Prozent als Darlehenszins. Das ist nicht mehr als im Vorjahr. Und wer jetzt einen solchen Bausparvertrag abschließt, für den gelten diese Konditionen auch noch in fünf oder zehn Jahren.

Die Stiftung Warentest kommt deshalb zu dem Fazit: Bausparverträge sind wieder günstiger als Bankkredite und werden es wohl auch bleiben.

Wie funktioniert Bausparen?

Die Grundidee des Bausparens ist, dass man zunächst systematisch Eigenkapital aufbaut und anschließend ein günstiges Bauspardarlehen zu bereits bei Vertragsabschluss festgelegten Konditionen erhält. Ein Bauspardarlehen darf nur für wohnwirtschaftliche Zwecke genutzt werden, also beispielsweise für einen Immobilienkauf, für Modernisierungen oder Renovierungen - aber nicht, um einen Urlaub oder ein Auto zu finanzieren.

Beim Bausparen gibt es drei Phasen: Die Sparphase, die Zuteilungsphase und die Darlehensphase. Ein Bausparvertrag wird zunächst bespart, bis er zuteilungsreif ist. Anschließend steht dem Bausparer die komplette Bausparsumme inklusive Darlehen für seine Immobilienfinanzierung zur Verfügung. Der Staat unterstützt die Bildung von Wohneigentum, indem er das Bausparen mit Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage und Wohn-Riester fördert.

Bausparverträge haben aber auch ein paar Nachteile: Niedrige Zinsen in der Ansparphase: Diese liegen meist unter 0,1 Prozent pro Jahr. Hohe Abschlussgebühren: Die Abschlussgebühr liegt zwischen einem und 1,6 Prozent der Bausparsumme, dazu kommen jährliche Gebühren. Keine absolute Planungssicherheit: Der Zuteilungszeitpunkt steht nicht fest. Hohe Tilgungsraten: Deshalb raten Experten, nicht den gesamten Immobilienkauf über einen Bausparvertrag zu finanzieren.

Dem gegenüber stehen aber zahlreiche Vorteile: Zinssicherheit bei einem späteren Immobiliendarlehen. Günstigere Baukredite, weil schon Eigenkapital vorhanden ist. Zuschüsse vom Staat: Die Wohnbauprämie wurde erst 2021 erhöht. Günstige Kleindarlehen: Banken verlangen für Hypothekendarlehen unter 50.000 Euro oft happige Zinsaufschläge. Der Zinssatz für das Bauspardarlehen gilt dagegen auch für kleine Kreditsummen.

Sondertilgungen sind möglich: Bei Bauspardarlehen sind beliebig hohe Sondertilgungen oder eine komplette Rückzahlung jederzeit möglich. Das ist bei Bankdarlehen gar nicht, nur begrenzt oder nur gegen Zinsaufschlag erlaubt.

Es gibt nicht den günstigsten Bauspar-Tarif für alle

Das Angebot an Bausparverträgen ist riesig: 17 Bausparkassen bieten in Deutschland zusammen weit mehr als 200 Tarifvarianten an. Den günstigsten Tarif für alle gibt es dabei nicht. Welcher Bausparvertrag der jeweils beste ist, hängt davon ab, wann das Geld zur Verfügung stehen soll und wie viel bis dahin gespart wird. Wie gut ein Bausparvertrag ist, zeigt sich daran, wie er zum konkreten Sparziel passt.

Die Immobilienexperten der Stiftung Warentest haben aus mehr als 200 Tarifen und Tarifvarianten die besten Bausparlösungen für Sparer ermittelt, die in vier, acht oder zwölf Jahren eine Immobilienfinanzierung planen. Keine Bausparkasse kam in allen drei Modellfällen in die Spitzengruppe der besten fünf Anbieter. Dennoch gibt es Testsieger:

Signal Iduna, Tarif Freiraum F30: Schnitt im Modellfall 1 und 3 am besten ab. BHW (WohnBausparen Plus FX2): Belegte im Modellfall 2 den ersten und im Modellfall 1 den zweiten Platz. Sonst erreichten nur noch die Bausparkassen LBS Saar, Alte Leipziger und Wüstenrot zwei Top-5-Platzierungen im Test. Eva Dorothée Schmid