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KULINARISCHE WEIHNACHTSGRÜßE von unseren Nachbarn Milchreis und Linsen

Für das traditionelle finnische Joulutorttu-Weihnachtsgebäck wird Blätterteig zu Sternen gefaltet FOTO: JUSSI HELLSTEN/VISIT FINLAND/DPA-MAG

6.01.2022

Hyvää joulua, Gud Jul, Buon Natale - Weihnachtsgrüße auf Finnisch, Schwedisch und Italienisch. Was dort kulinarisch zu den Feiertagen aufgetischt wird, klingt mindestens genauso gut. Eine Inspiration für die eigene Festtagsküche. 

Finnland: Milchreis und kiloweise Schinken

Weil der Weihnachtsmann in Finnland wohnt, ein erster Blick auf die Festtafel hoch im Norden. Ein Klassiker ist Joulukinkku, der Weihnachtsschinken: Dafür wird ein großer Schinken, gerne bis zu zehn Kilo schwer, vier bis fünf Tage vor dem Verzehr eingepökelt und dann im Ofen gebacken. Für eine Kruste sorgen Senf, Zucker und Paniermehl. Garniert mit Erbsen, gekochten Backpflaumen oder Apfelstückchen kommt der Braten auf den Tisch, begleitet von einem Auflauf aus Kartoffeln, Karotten oder Steckrüben. Für die in Berlin lebende Finnin Erica Löfman ist dieser Klassiker keine Option. Sie verzichtet auf Fleisch und kommt mit einem finnischen Klassiker in Weihnachtsstimmung: „Eines meiner Lieblingsgerichte, das ich mir jedes Jahr zu Weihnachten zubereite, ist warmer Milchreis, der mit Zimt und Zucker bestreut und mit einem Schuss Milch in der Schüssel serviert wird“, erzählt sie.

Schweden: Julbord-Buffet mit Hering und Köttbullar

Genau wie in Finnland wird auch in Schweden in der Vorweihnachtszeit Glühwein getrunken. Der Rotwein im Glögg wird je nach Gusto mit Korn oder Wodka ergänzt. „Dazu werden Rosinen und Mandeln angeboten, die in den warmen Glögg gegeben werden“, berichtet Karin Fornander, schwedische Kollegin von Erica Löfman. Die Schwedin mag die Tradition ihrer Heimat, dass sich an Weihnachten Familien und Freunde am Buffet treffen, wenn ein Julbord aufgetischt wird. Dort darf Fisch nicht fehlen, je nach Region zum Beispiel sauer eingelegte Heringe, etwa in Dill-, Curry- oder Senfsauce, geräucherter oder gebeizter Lachs, Krabben oder auch Räucheraal.

„Für die ältere Generation ist auch Lutfisk eine Delikatesse“, sagt Karin Fornander. „Das ist ein traditionelles nordisches Weihnachtsgericht, bei dem Trockenfisch gewässert wird und eine besondere Konsistenz bekommt.“ Zu den klassischen Fleischspeisen des Julbord gehören auch Köttbullar Fleischbällchen, kleine geräucherte Würstchen Prinskorv und Schinken Julskinka, serviert mit süßem Senf.

Italien: Deftige Weihnachtswurst mit Linsen

Die Frage nach einem klassischen italienischen Weihnachtsgericht sei nicht leicht zu beantworten, sagt Torsten Schäfer. Es gebe ganz viele italienische Regionalküchen, die sich in den Kochtraditionen und Gerichten unterscheiden, so der Food-Blogger, der auf dishes-delicious. de nicht nur Rezepte veröffentlicht, sondern auch Kochgespräche führt. Um einen deftigen Tipp gebeten, empfiehlt Schäfer den Klassiker „Cotechino mit Linsen“.

Cotechino ist eine Kochwurst, gefüllt mit gehacktem mageren und fettem Schweinefleisch. „Er ist eng verwandt mit dem Zampone, einem gefüllten Schweinefuß, der ebenfalls zu den klassischen Weihnachtsgerichten Italiens zählt“, sagt Torsten Schäfer. DPA

Meist grün, mal auch treu

FOTO: BERND SETTNIK
FOTO: BERND SETTNIK

TANNENBAUM-BLÄTTER

Die Blätter in „O Tannenbaum“ sind meist grün, doch in manchen Versionen treu. Diese Formulierung stammt aus einer Liebesweise vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Einige Jahre später ergänzte ein Dichter sie und machte ein Weihnachtslied daraus.


Früher war mehr Lametta

Lametta am Weihnachtsbaum. FOTO: DPA/OLIVER BERG
Lametta am Weihnachtsbaum. FOTO: DPA/OLIVER BERG

AUSLAUFMODELL

Das letzte traditionelle Lametta aus Stanniol, also aus dünner Zinnfolie, wurde in Deutschland 2015 produziert. Zuletzt waren es jährlich nur noch ein paar Hundert Kilo, so der Hersteller damals. Lametta- ein Auslaufmodell.


Meisterstück von Bach

WEIHNACHTSORATORIUM

Johann Sebastian Bach „parodierte“ in seinem Weihnachtsoratorium. Nein, er machte sich dabei nicht über etwas lustig. Im Barock bedeutete das vielmehr: Bach verwendete darin Stücke, die er für frühere Werke komponiert hatte.