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Grüße zum Fest Mediclin Reha-Zentrum in Plau am See: Weihnachtsfeier der Aphasiker

Mediclin Reha-Zentrum in Plau am See: Weihnachtsfeier der Aphasiker

An der reich geschmückten Kaffeetafel schmeckten den Aphasikern und ihren Gästen die Schmalzstullen. FOTO: ILLA

20.12.2019

PLAU AM SEE: In der Mecklenburger Stube des Mediclin Reha-Zentrums Plau am See duftete es nach frischem Tannengrün. Ca. 50 Mitglieder von Aphasiker-Selbsthilfegruppen hatten sich zu einer Dankes- und Weihnachtsfeier zusammen gefunden und gestalteten Adventsgestecke. Tannengrün, Kerzen und Dekorationselemente wurden auf Holzscheiben liebevoll arrangiert und die Gestecke waren fertig. Am Ende der Bastelstunde hatte jeder, der es wollte, ein eigenes Gesteck gebastelt, das er am Ende der Feier auch mit nach Hause nehmen konnte.

Bis dahin aber dienten die vielen Gestecke als Dekoration für die beiden langen Kaffeetafeln, an denen sich die Aphasiker und einige Gäste gesetzt hatten.

Zu den Gästen gehörte Rüdiger Hoppenhöft, er initiiert alljährlich den weihnachtlichen Stammtisch der CDU und stellt den Aphasikern in diesem Jahr ebenfalls eine Spende zur Verfügung.

Bei Schmalzstullen, Butterbroten und Stollen, einer Tasse Kaffee oder Tee erzählten die Aphasiker, was sie im Jahr in ihren Selbsthilfegruppen erlebt haben. Von Basteln von Osterkränzen war die Rede, die Miniaturstadt in Bützow wurde besucht. Die traditionelle Dampferfahrt auf dem Plauer See durfte nicht fehlen, auch das Eisessen im Café am Wockersee gehört zu den Höhepunkten.

Im Theater erlebten von Aphasie Betroffene „Das tapfere Schneiderlein“, im Rostocker Zoo besuchten sie das Polarium. Dabei war es für die gehandicapten Aphasiker schon eine Herausforderung, von Güstrow mit der Bahn nach Rostock zu fahren, räumt die Leiterin des Aphasie- Stützpunktes am Mediclin Reha-Zentrum Ingrid Freier ein.

Das Wichtigste im Jahr sind aber immer wieder die Projekte, die das Thema „Aphasie, die verlorenen Sprache“ zum Inhalt haben. So waren Andrea und Ramona, zwei von Aphasie Betroffene, im Eldenburg-Gymnasium bei Elftklässlern und stellten dort den Alltag von Aphasikern dar. Denn neben dem Verlust der Sprache durch Schlaganfall oder einen Unfall ist oft eine halbseitige Lähmung die Folge und so forderten sie die Schüler auf, mit einer Hand, Kartoffeln zu schälen und Brötchen zu schmieren.

Des Weiteren gab es Workshops zum Umgang mit Tablet und Smartphone. Die Aphasiker erobern sich die neuen Medien, die ihnen bei der Verständigung Hilfe leisten aber auch dazu dienen, über Aphasie aufzuklären.

Nach der 2019-er Bilanz gab es Geschichten z. B. die von Pelle, der von Zuhause weggelaufen war, es wurden Weihnachtslieder gesungen und schon jetzt freuen sich alle auf das Jahr 2020, denn im Mai wird der 20. Geburtstag des Aphasiestützpunktes Plau am See begangen, der sich vor 20 Jahren als zweiter Stützpunkt dieser Art in Deutschland gegründet hatte. ILONA LANGER