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Lebenswerte Prignitz

Foto: Marina Lenth

„Die Prignitz bietet attraktive Arbeitsplätze“, wirbt Jens Knauer vom Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz (TGZ) für die Region. Außerdem gebe es in Städten wie Wittenberge und Perleberg die Möglichkeit, günstig zu leben. Er nennt die niedrigen Mieten als Standortvorteil gegenüber den Ballungsräumen. Doch Knauer sagt auch: „Zumeist sind es individuelle Motive, um in die Prignitz zu ziehen oder dorthin zurück zu kehren.“ Damit meint er die Nähe zur Familie oder zu Freunden.

Jens Knauer ist Leerstandsmanager für die Prignitz. Die Tatsache, dass es eines solchen überhaupt bedarf, spricht Bände. Der Abbau der Industrie vor allem in Wittenberge hat Spuren hinterlassen - im Stadtbild und in den Köpfen der Menschen hier. Dennoch: Es gibt auch viele - nicht zuletzt junge Menschen - die in der Prignitz etwas bewegen. Diesen neuen Aufbruch nach Jahren der sinkenden Einwohnerzahlen bringt das Zitat eines jungen Arztes auf den Punkt, der vor kurzem seine Facharztausbildung am Kreiskrankenhaus Prignitz in Perleberg begonnen hat. Gefragt nach seinen Motiven, ausgerechnet hier her zu kommen sagte er: „Man merkt, dass es in Perleberg nach vorne geht“.

An der Baumwollspinnerei in Leipzig ist der Slogan „From cotton to culture“ („Von der Baumwolle zur Kultur“) zu lesen. Vielleicht auch ein Rezept für Wittenberge. Auch wenn die Industrie verloren gegangen ist, siedeln sich doch mehr und mehr Kreative in der Elbstadt an. Das soziokulturelle Klima wird dadurch freundlicher und so entsteht in der Prignitz bereits eine Start-Up-Szene.

Ein Beispiel unter vielen ist Oliver Hardt mit seiner Werbeagentur in Perleberg. Sowohl in Wittenberge als auch in Perleberg gibt es bereits Co-Working-Space und natürlich freuen sich auch die alteingesessenen Betriebe über Nachwuchs in ihren Firmen.

Fazit? Es bewegt sich etwas in der Prignitz. In der Kultur-Szene genauso wie in der Wirtschaft. Vielleicht wirbt die Prignitz schon bald nicht mehr mit der Tatsache, dass sie auf halber Strecke zwischen Hamburg und Berlin liegt, sondern selbstbewusst mit den eigenen Stärken. Thomas Kasperski