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Wir in der Prignitz Nico Witt beim Küchenstudio Arndt in Perleberg

Nico Witt beim Küchenstudio Arndt in Perleberg

Nach Umwegen hat Nico Witt (r.i.B.) seinen Job im Küchenstudio Arndt in Perleberg gefunden. Betriebleiter Sigold Arndt (l.i,.B.) freut sich mit ihm, dass er einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen hat. FOTO: MARINA LENTH

16.03.2020


PERLEBERG Konzentriert arbeitet Nico Witt an der modernen Maschine. Er schneidet eine Arbeitsplatte zu. Sein Chef Sigold Arndt kommt in die Werkstatt und spricht mit ihm über die nächsten Aufgaben. Nur kurz wird abgestimmt, was zu machen ist. Dann lässt der Betriebsleiter seinen Mitarbeiter wieder tun,was zu tun ist. Es ist noch gar nicht so lange her, da war das Vertrauen, dass er Nico Witt entgegenbrachte, nicht so groß. Doch das hat sich komplett geändert und gipfelte in einem unbefristeten Arbeitsvertrag, den Nico Witt vom Perleberger Küchenstudio Arndt angeboten bekam.
   


1992 gründete Sigold Arndt in Perleberg „Artschy’s Küchenservice“ als erstes Küchenfachgeschäft der Prignitz. 1996 erfolgte der Umzug aus den vormals gemieteten Räumen in ein neu errichtetes Verkaufs- und Ausstellungsgebäude im Perleberger Gewerbegebiet Schwarzer Weg. Im März 2006 übergab er die Unternehmensführung an seinen Sohn Sandro. Damit bekam die Firma den heutigen Namen „Küchenstudio Arndt“. Nach 28 Jahren des Bestehens des „Küchenstudios Arndt“ wurde das Unternehmen aufgegliedert in Küchenstudio und SA Möbelbau. Letzteres beschäftigt sich mit der Produktion von Möbeln. „Es sind Möbel, die auf die Kundenwünsche zugeschnitten sind. So etwas findet man nicht in Katalogen“, erzählt Sigold Arndt. Die Möbel werden in Sondermaßen angefertigt. Dabei werden den Wünschen der Kunden kaum Grenzen gesetzt. Insgesamt sind sieben Mitarbeiter tätig.
        


Nico Witt ist nun einer dieser Angestellten, der eine lange Phase des Ausprobierens mit der Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag hinter sich gelassen hat. „Er ist bei uns hauptsächlich in der Werkstatt im Küchen- und Möbelbau tätig“, erzählt Sigold Arndt. „Wenn erforderlich, fährt er auch mit zu den Kunden und montiert Möbel vor Ort.“ Arbeiten, die für den 39-Jährigen grundsätzlich keine Hürde darstellen, hat er doch im Beruflichen Bildungszentrum BBZ in Wittenberge eine Ausbildung zum Holzfachwerker durchlaufen. Aber ein körperliches Handicap stand ihm immer wieder im Weg und verhinderte, dass er seinen Beruf konsequent ausüben konnte. Zwar hatte er Arbeit in einer geschützten Zweigwerkstatt der Lebenshilfe Prignitz, wollte aber mehr, wollte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein. „Wir sahen seine Potenziale. Sprachen mit Arbeitgebern in der Region, vereinbarten Praktika. Motivierten und förderten“, erzählt Simone Goldenbaum. Als Job-Coach bei der Pro Job Prignitz GmbH – einer Tochtergesellschaft der Lebenshilfe Prignitz – betreute sie Nico Witt, nahm ihn immer wieder an die Hand, wenn sich in der Phase der beruflichen Orientierung herauskristallisierte, dass es nicht das Richtige für ihn war. Doch jetzt hat er seinen Weg gefunden, ist sie überzeugt.

Und was sagt Nico Witt? „Die Arbeit macht Spaß, hier möchte ich unbedingt bleiben.“ MARINA LENTH