Sonderthemen

Anzeige

650 Jahre Stadt Hagenow Ausstellungseröffnung im Hagenower Museum

Handwerk und Gewerbe, die die Entwicklung der Stadt Hagenow geprägt haben ab 28. Juni zu sehen

Blick in den neuen Teil der Dauerausstellung, hier stehen das Waldglas und die Glashütten im Vordergrund. FOTO: HENRY GAWLICK

12.06.2020

Am Sonntag, den 28. Juni 2020 eröffnet das Museum für Alltagskultur der Griesen Gegend in Hagenow um 14 Uhr den zweiten Teil der neuen Dauerausstellung. Im vergangenen Jahr wurden die ersten drei Räume zur allgemeinen Stadt- und Regionalgeschichte – von der Steinzeit über die „Hagenower Fürstengräber“ bis in die Zeit um 1800 – fertiggestellt. Hinzu kommen mit dem zweiten von insgesamt drei geplanten Bauabschnitten nun anschauliche Bespiele zum Handwerk und Gewerbe, die die Entwicklung der Stadt Hagenow und der näheren Umgebung geprägt haben.
  

Autohaus Heßling OHG

Es gibt ebenso Altbekanntes wie Neues zu entdecken. Vielen Museumsbesuchern ist die historische Gaststube noch in guter Erinnerung. Nach einer aufwändigen Restaurierung ist die Einrichtung des Schankraums aus dem Hotel „Stadt Hamburg“ in Wittenburg wieder zu sehen. Ergänzt wird die liebevolle Inszenierung durch Exponate, umfangreiche Informationen und moderne Medienstationen über die Bierbrauer, Branntweinbrenner und Gastwirte in Hagenow und des Umlandes. Einige Schwänke aus Kuno Karls Fiek´n-Heften werden am Stammtisch zum Besten gegeben. Mit diesem Raum schließt sich der Rundgang im Erdgeschoss des Ackerbürgerhaus von 1828.
   
Im Obergeschoss geht es zunächst um das zünftige Handwerk: In Hagenow darf die Werkstatt eines Schuhmachers aus dem frühen 20. Jahrhundert nicht fehlen, denn dieser Beruf war neben der Landwirtschaft über lange Zeit ein wichtiger Erwerbszweig der Stadtbevölkerung. Den größten Raum nimmt die umfangreiche Waldglas-Sammlung des Museums ein: Bräunlich, gelb, blau, weiß und in unzähligen Grüntönen leuchten mehr als 130 Glasgefäße in einer speziell für das Museum angefertigten Vitrine. Über die Geschichte der Glashütten vom 16. bis ins 19. Jahrhundert, die in Mecklenburg aus Sand und Asche funkelndes Glas herstellten, gibt es hier viel zu erfahren. Auch in diesen Räumen erläutern moderne Computerterminals einzelne Werkzeuge und andere Exponate; darüber hinaus veranschaulichen eigens für das Museum produzierte Filme das handwerkliche Geschick der Schuhmacher und Glasmacher.
    

Die Maschinenfabrik Fischer & Havemann aus den 1920er-Jahren, die Dampfmaschine von 1902, eine Ausstellung der Arbeitsgruppe Eisenbahngeschichte sowie die Angestelltenwohnung im Haus des Ratsdieners Rick mit ihrer Einrichtung aus der Zeit um 1930 sind weiterhin zu besichtigen.

Zusammen mit den neuen Ausstellungsräumen ergibt sich ein facettenreiches Bild des alltäglichen Lebens der letzten Jahrhunderte und bietet spannende Einblicke in das vergangene Leben in der Stadt und auf dem Land.

Auf Grund der SARS-CoV-2 Pandemie gelten im Museum besondere Hygiene- und Abstandsregeln sowie eine Beschränkung der maximalen Besucheranzahl in den Ausstellungsräumen. Vor allem bei der Eröffnung kann es daher zu Wartezeiten kommen. Die Alte Synagoge bleibt am Sonntag, den 28. Juni 2020, geschlossen; im Museum gilt an diesem Tag der halbe Eintrittspreis.

Führungen, Besuche von Gruppen sowie museumspädagogische Angebote sind aktuell nicht möglich.