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Steuern sparen Recht behalten! Genau hinsehen bei Verbraucherkrediten

14-tägiges Widerrufsrecht auch bei „Null-Prozent“-Krediten

Drei Viertel aller Bundesbürger haben mindestens einmal einen Kredit aufgenommen. Foto: Eqome

4.05.2021

Jeder zweite Bundesbürger zahlt aktuell einen Kredit zurück. Drei Viertel aller Bundesbürger haben mindestens einmal einen aufgenommen. Trotz anfänglich klarer Rechte und Pflichten kommt es hinterher oft zu Fragen. Was grundsätzlich gilt, wird in den folgenden Hinweisen deutlich: Ein Verbraucherkreditvertrag kann grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden. Auch bei einer echten „Null-Prozent-Finanzierung“ gibt es seit dem 21. März 2016 nun ein gesetzliches Widerrufsrecht, wenn die vereinbarte Kreditsumme mindestens 200 Euro beträgt. Im Falle des Widerrufs ist der Kreditnehmer auch an den Kaufvertrag nicht mehr gebunden, wenn beide Verträge ein verbundenes Geschäft darstellen. Dies ist bei „Null-Prozent-Finanzierungen“ regelmäßig der Fall. Weist der finanzierte Kaufgegenstand während der Laufzeit der Ratenzahlung Mängel oder Defekte auf oder bestand der Fehler bereits zu Anfang, müssen dennoch zunächst die Raten weiter gezahlt werden. Denn Kauf- und Kreditvertrag sind separate Verträge. Im Hinblick auf die gesetzlichen Gewährleistungsrechte, etwa Nachbesserung oder Nacherfüllung, muss sich der Käufer grundsätzlich mit dem Händler auseinandersetzen.

Besonderheit: Sowohl bei „Null-Prozent-Finanzierungen" mit einem Kreditbetrag von mindestens 200 Euro, als auch bei entgeltlichen Verbraucherdarlehen, die mit dem Kaufvertrag zu einem Geschäft verbunden sind, gilt Folgendes: Kann der Verbraucher aus dem Kaufvertrag Nacherfüllung verlangen und schlägt diese fehl, kann er deswegen die Rückzahlung des Darlehens bis zu der Höhe verweigern, in der eine Minderung des Kaufpreises gerechtfertigt ist. Über eine Zahlungsverweigerung wegen Minderung sollte man das Kreditinstitut unbedingt informieren. Die „Null-Prozent-Finanzierung“ kann jederzeit zurückgezahlt werden. Da kein Zinssatz vereinbart ist, darf das Kreditinstitut in diesem Fall keine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen. Auch die Berechnung von Ablöse- oder sonstigen Bearbeitungsgebühren ist aus Sicht der Verbraucherzentrale unzulässig.

Bei einem Vertrag für einen kostenlosen Kredit, der vor dem 21. März 2016 abgeschlossen wurde, kann die Bank bei drohender Verschlechterung der Vermögenslage des Kreditnehmers, durch die die Rückzahlung des Kredites gefährdet werden kann, fristlos kündigen.