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Lebkuchen gehört zur Weihnachtszeit Gebäck mit langer Geschichte

Lebkuchen gehören zur Weihnachtszeit FOTO: TMATKA WARIATKA/FOTOLIA

3.01.2022

Die Geschichte der Lebkuchen beginnt bereits mit dem Honigkuchen, der schon den Menschen in der Antike gut schmeckte. Etwa ab dem 12. Jahrhundert übernahmen eigene Zünfte die Herstellung. Die Lebkuchenbäcker nannte man damals Lebküchner oder Lebzelter. Lange Zeit wurden die schmackhaften Kuchen auch in Klöstern gebacken, weil das Gebäck als gesund, heilend, verdauungsfördernd und appetitanregend galt und deshalb besonders in der Fastenzeit genossen werden durfte.

Erst im 16. Jahrhundert entwickelte sich die Lebküchnerei zu einem richtigen Gewerbe. Jetzt entstanden Lebkuchen- Zentren: z.B. in Aachen, Braunschweig, Pulsnitz/ Oberlausitz und Nürnberg, das heute noch als „Lebkuchen- Metropole“ gilt.

Das sich die Lebkuchen hier so gut durchsetzen konnten, hatte verschiedene Gründe: Zum Einen war gerade für die Herstellung von Lebkuchen Honig sehr wichtig. Das Nürnberger Land war wegen seiner klimatischen Verhältnisse und der Bodenbeschaffenheit geradezu ideal für die Bienenzucht. Zum Anderen erfuhr die Stadt im 16. Jahrhundert einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Mehrere Handelsstraßen liefen hier zusammen und Nürnberg wurde wichtiger Umschlagplatz für Gewürze aller Art. Der einfache Honigkuchen oder Honigfladen wurde jetzt angereichert. Verfeinert mit Nüssen, Mandeln (sie symbolisierten Tod und Auferstehung), den Gewürzen und Heilkräutern wurde er zum Lebkuchen.

Man verwendete Anis, Kardamom, Koriander, Muskat, Nelken und schwarzen Pfeffer. Der Einfachheit halber wurden sie alle „Pfeffer“ genannt. Vor dem 16. Jahrhundert wurden die Lebkuchen vor dem Backen in Ton-, später in Holz- und Steinmodeln geformt. Jetzt begann man auch den Teig auf Oblaten zu backen.

Um 1840 änderte sich die Produktion von Lebkuchen grundsätzlich. Mit der Erfindung der Dampfmaschine konnte das feine Gebäck jetzt maschinell und so in viel größeren Mengen produziert werden.

Wer nun glaubt, der Lebkuchen hat seinen Namen von „Leben“ oder „Laben“ liegt völlig falsch. Denn die Forscher gehen davon aus, dass der Lebkuchen seinen Namen vom lateinischen „libum“ hat. Das bedeutet soviel wie Fladen, Flachkuchen oder Opferkuchen.

Früher wurden die Wochen vor Weihnachten zur Besinnung, zur Buße und Umkehr genutzt. Dabei spielte das Fasten eine wesentliche Rolle. Und hier tauchen auch unsere Lebkuchen wieder auf. Wie schon gesagt, sie galten als Heil- und Arzneimittel und nicht als Süßigkeit wie heute.