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Gutes aus unserer Region! BioFleischerei des Gutes Gallin: In den Produkten ist Bio drin

Aufzucht, Schlachtung, Verarbeitung und Verkauf an einem Ort

Wiebke Tumbrock (l.) und Peggy Rasim präsentieren Produkte der Biofleischerei. privat

3.05.2021

GALLIN. Gleich am Ortseingang von Gallin von der Autobahn kommend, weisen Schilder auf die BioFleischerei des Gutes Gallin hin. Beim Aussteigen aus dem Auto weht einem dann bereits der Geruch von frisch geräucherter Ware um die Nase. Der Eingang gleicht dem eines Wohnhauses und so sind es nur ein paar Stufen die zum Biohofladen führen. Im Eingangsbereich wird der Kunde von mehreren Sorten Kartoffeln, von Blumenkohl, Süßkartoffeln, Möhren und vielen anderen Gemüsearten und Kräutern empfangen.

Links vom Flur dann der Verkaufsraum, aus dem der Räucherduft strömt. Hier liegen hinter Glasscheiben in der Kühlung die leckeren Fleisch- und Wurstwaren, hängen die geräucherten Würstchen an Haken an der gefliesten Wand. Im Kühlschrank Milchprodukte, sogar Weine und andere Biospirituosen stehen in den Regalen.

Morgens um 10 Uhr ist es ein gleichmäßiges Kommen und Gehen der Kunden, die wie man hört, zu den Stammkunden gehören. Wiebke Tumbrock, sie bedient gerade, weiß zum Teil genau, was ihre Kunden wünschen.

„Seit 2010 gibt es den Hofladen“, erzählt Peggy Rasim, die Geschäftsführerin der BioFleischerei. „Entstanden ist er, um die eigenen Produkte des Biohofes zu vermarkten.“

Blick in den gut sortierten Bioladen in Gallin FOTO: ILLA
Blick in den gut sortierten Bioladen in Gallin FOTO: ILLA

Angefangen von B wie Bauchspeck, Bock- oder Bratwurst bis Z wie Zwiebelmett- oder Zungenwurst oder Zunge gibt es alles, was Rind und Schwein, aber auch Geflügel und Lamm hergeben, besser gesagt, was man aus einem geschlachteten Tier herstellen kann.

Die Verarbeitung der auf den Weiden des Biohofes grasenden Rinder und die gemästeten Schweine erfolgt in dem EU-zertifizierten Schlachthof nach traditioneller Art und mit großem handwerklichem Geschick von fachlich versierten Schlachtern. „In unserer Biofleischerei wird das gesamte Tier verarbeitet und das qualitativ hochwertige Biofleisch vermarktet. Zum umfangreichen Sortiment an Fleisch- und Wurstwaren gehören auch saisonale Produkte wie Grützwurst oder Brägen, also Schweinehirn. Das gibt es heute kaum noch anderswo,“ weiß die Diplomagraringenieurin.

Der Qualität der Rohprodukte kann sie sicher sein. „Die Rinder für die Fleischerei, hauptsächlich Angus-Färsen und deren Kreuzungen, und die Schweine, eine Dreirassenkreuzung, erhalten ausschließlich Bio-Futter, direkt im Freien, aber auch das Getreide, das zugefüttert wird, wächst auf Biobasis heran. „Mit Biofutter wachsen die Tiere langsamer, das Fleisch ist gut marmoriert, magerer und gesünder.“

Geflügel und Lamm wird von anderen Bioproduzenten zugekauft, ebenso ergänzende Produkte wie Säfte, Gemüse, Weine, Honig und sogar Drogerieartikel von biozertifizierten Unternehmen, zumeist aus der Region erweitern die Angebotspalette im Bioladen.

Nicht zuletzt ergänzen Wildprodukte wie Braten, Gulasch, Rücken, Wurst im Glas, geräucherte Wurstwaren, Schinken von Wildschwein, Hirsch und Reh, die auf den Flächen des Gutes Gallin erlegt werden, das Angebot.

Warum setzt Peggy Rasim so auf Bioprodukte? „Ich möchte die Natur, die uns umgibt, nicht vergiftet wissen, sie muss für unsere Kinder und Enkel erhalten werden“, appelliert sie an ihre Kunden, die sich aber durch den Besuch im BioHofladen schon bewusst für ein besseres Miteinander mit der Natur entschieden haben.

Darüber hinaus engagiert sie sich in der Region, in der sie mit ihrem fünfköpfigen Team den Hofladen betreibt. „Wir sind Partner des Biosphärenreservates Schaalsee und auch Partner der Ehrenamtskarte. Diese berechtigt auch ohne Einkauf im Hofladen zur Mitnahme von einem Glas Wurst nach Wahl.

In der vergangenen Woche wurde außerdem Bockwurst für den Schweriner Zoo hergestellt. Auch für verschiedene Restaurants und Kantinen stellt die BioFleischerei Produkte her, das war zumindest vor Corona so.

„Daneben sorgt Corona dafür, dass weniger Kunden zu uns kommen, wie die aus dem Nachbarbundesland Schleswig-Holstein, die zum festen Kundenstamm gehören und jetzt leider nicht kommen dürfen. Aber wir sind optimistisch, dass es wieder besser wird“, zeigt sich die 51-Jährige überzeugt und plant mit ihren Mitarbeitern die Modernisierung und Vergrößerung des BioHofladens. ILONA LANGER