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Aktiv & vital in jedem Alter Auf die Signale des Organismus hören

Ein neues EEG-Testverfahren misst objektiv, wie das Gehirn Klänge organisiert. FOTO: OCTICON

25.06.2020

Es gibt ständig neue Ernährungstrends und angeblich noch effektivere Trainingsmethoden, die bessere Fitness und Wohlbefinden versprechen. Doch statt diesen Empfehlungen hinterherzujagen, rät der Sportexperte Prof. Ingo Froböse dazu, zunächst lieber einmal einen Gang zurückzuschalten und genau in sich hineinzuhören.

Welche Angewohnheiten und Umstände setzen einen unter Druck? Was bereichert das Leben gefühlt? Denn was der eine nervig findet, macht dem anderen vielleicht Freude, erläutert der Leiter des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln.

Der Schlüssel zu mehr Lebensqualität liegt für ihn darin, die Bedürfnisse des Körpers und Geistes zu erkennen. Laut Froböse hängt der Organismus ganz wesentlich vom Zusammenspiel drei verschiedener Faktoren zusammen: ausreichend Bewegung, ausgewogene Ernährung und gezielte Regeneration.

Man könne lernen, auf die Signale des Organismus zu hören, so Froböse. Reagiert man entsprechend, wirke sich das positiv auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit aus. Ein Beispiel sei die gezielte Regeneration. Die falle gerade in stressigen Zeiten häufig hintenüber - dann braucht man sie aber am dringendsten. Die Lösung ist einfach, dennoch müssen sich viele wohl bewusst dazu zwingen: regelmäßige Pausen machen und draußen bewegen. Bei einer Joggingrunde im Park etwa könnten Körper und Geist oft viel besser abschalten als auf der Couch.


Anspruchsvoller Ausdauersport

TRIATHLON VERÄNDERT das Leben

Laufschuhe, Fahrrad, Badesachen und gegebenenfalls ein Neoprenanzug: Schon am Equipment zeigt sich, dass Triathlon aufwendig ist - und Vielseitigkeit verlangt.

„Man hat hier ein sehr ganzheitliches Ausdauertraining. Denn beim Schwimmen liegt - anders als beim Radfahren und Laufen - der Fokus stark auf dem Oberkörper“, erklärt Daniela Dihsmaier, Systemischer Coach und Sport-Mental-Coach aus München. Entsprechend hoch ist das Pensum: „Für Einsteiger empfiehlt es sich, auf einen Volksdistanz-Wettbewerb hinzuarbeiten: Da schwimmt man rund 500 Meter, fährt um die 20 Kilometer Rad und läuft 5 Kilometer“, sagt Dihsmaier, die aktive Triathletin ist. Damit das aber Spaß mache, wäre es aus ihrer Sicht sinnvoll, ein bis zwei Mal in der Woche zum Schwimmen zu gehen, mindestens einmal in der Woche Rad zu fahren und ein bis zwei Mal zu laufen. „Wer gewissenhaft ist, macht auch noch Krafttraining“, ergänzt Dihsmaier. Vor allem die Rumpfstabilität sei wichtig, denn beim Radfahren und Schwimmen entstünden in den Muskeln an Beinen und Rumpf Verkürzungen. „Da droht mitunter ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Darum muss man die Halte- und Gegenmuskulatur trainieren und sich dehnen.“ Bestenfalls massiert man seine Muskeln zusätzlich regelmäßig mit Hilfe einer Faszienrolle.

Dihsmaier betont: „Triathlon kostet Zeit. Selbst ein Anfänger wird merken: Es verändert sein Leben.“ Nach ihrer Erfahrung bleiben viele dabei und passen ihr Leben an - einige stellen den Sport aber wieder ein, weil Familie und Freunde darunter leiden. „Deshalb sollten gerade Anfänger auch nicht zu viel Geld in ihre Ausrüstung stecken.“