Sonderthemen

Chancen - Wege - Perspektiven : Ausbildungsbeginn: zu Hause Kostgeld zahlen?

FOTO: COLOURBOX.COM
FOTO: COLOURBOX.COM
Wenn die Schulzeit gemeistert ist, starten viele Jugendliche in eine vergütete Ausbildung und werden sozusagen flügge. Mit dem monatlichen Einkommen fühlen sie sich richtig unabhängig. Meist ist das Gehalt doch um ein Vielfaches höher als das einstige Taschengeld. Wenn der Nachwuchs noch zu Hause wohnt, stellt sich innerhalb der Familie die Frage: Sollte der Jugendliche jetzt Kostgeld zahlen?

„Das ist abhängig von der Höhe der Vergütung, den finanziellen Bedingungen in der Familie und lässt sich nicht verallgemeinern“, erklärt Dorothea Jung von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Ist das Azubi-Gehalt allerdings hoch genug, macht es für die Pädagogin Sinn, eine monatliche Abgabe festzulegen. „So können Eltern ihren Kindern durchaus den Umgang mit Geld mit auf den Weg geben.“ Wenn Teenager alles nur für sich verpulvern, spüren sie nie, was etwa ein gefüllter Kühlschrank, die regelmäßig ratternde Waschmaschine oder Putzmittel so kosten und wie schnell 500 Euro weg sind. „Wenn sie den Umgang mit Geld nicht gelernt haben, wachen sie erst in der ersten eigenen Wohnung auf“, so die Expertin. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, eine Kostgeld-Abgabe zu verabreden. So könne das Kindergeld als Zuschuss genutzt werden, schlägt Jung vor. Hat der Jugendliche einen weiten Weg zur Ausbildungsstätte, könne er auch die Fahrtkosten vom Einkommen zahlen, müsse dann daheim aber nichts mehr abgeben. Eine andere Variante sei, nun kein Taschengeld mehr zu zahlen. Es gibt auch Beispiele, in denen Eltern das Kostgeld heimlich sparen und die Summe dem Nachwuchs dann zu einem späteren Zeitpunkt überreichen, etwa zum bestandenen Berufsabschluss. „Dann hatte die Kostgeld-Abgabe im Nachhinein eher einen symbolischen Wert und die Aufgabe, den Umgang mit Geld zu erlernen“, sagt Jung.

Claudia Wittke-Gaida/dpa
   

Studierende zahlen mehr Geld für Wohnraum

Studierende müssen einer Umfrage zufolge immer mehr Geld für Wohnraum ausgeben. Die teuersten Städte sind demnach Konstanz, München und Hamburg – die günstigsten Halle (Saale), Erfurt und Leipzig. Abgesehen von Berlin lägen die 34 teuersten Hochschulstädte alle in Westdeutschland, die drei günstigsten Städte aber im Osten, erklärte das Personaldienstleistungsunternehmen Studitemps, das in Zusammenarbeit mit der Universität Maastricht 22 000 Studierende befragt hat.

Obwohl die durchschnittliche Wohnfläche von Studierenden von 2014 bis 2019 von 29,3 auf 28,9 Quadratmeter sank, stieg die Warmmiete im Schnitt von 332 auf 386 Euro. Damit stieg der durchschnittliche Warmmietenpreis um 16 Prozent von 13,35 Euro auf 15,47 Euro.

Der Studie zufolge lebt fast ein Viertel der Studierenden bei Eltern oder Verwandten. „Wer aus der Großstadt kommt und dort auch zum Studieren bleibt, wohnt einfach weiter bei den Eltern. Die hohen Mieten lassen den Schritt zu mehr Selbstständigkeit oftmals nicht zu“, sagte Studitemps-Geschäftsführer Eckhard Köhn.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Chris Kühn forderte deswegen einen Ausbau von öffentlich geförderten Wohnheimplätzen. In den vergangenen 15 Jahren sei die Zahl der Studierenden um fast eine Million gestiegen, aber nicht einmal 20 000 neue Zimmer seien in öffentlichen Wohnheimen entstanden, sagte der wohnungspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion.